In vangard spricht! diskutiert Christian Herrendorf mit den Arbeitsrechtlern der Kanzlei vangard über aktuelle gesellschaftspolitische Themen und ihre Bezüge zur Arbeitswelt. Zum Abschluss jeder Folge gibt es „60 Sekunden zum Mitnehmen“, Tipps, die man passend zum Thema der Folge praktisch umsetzen kann.

 

 


 vangard spricht…über Nachhaltigkeit in der Arbeitswelt

In der ersten Folge von vangard spricht! diskutiert Christian Herrendorf mit den Arbeitsrechtlern Lioba Lamers und Dr. Ferdinand Hultzsch, was Nachhaltigkeit in der modernen Arbeitswelt bedeutet und wie man sie fördert. Ist der hochmotorisierte Dienstwagen ein Auslaufmodell? Wie werden Mitarbeiter und Unternehmen nachhaltig? Fragen und Anregungen zu einer hochaktuellen Thematik, die uns noch lange beschäftigen wird.

Lioba Lamers
Dr. Ferdinand Hultzsch

 

Transkript

Vangard Spricht!
In vangard spricht! diskutiert Christian Herrendorf mit den Arbeitsrechtlern der Kanzlei vangard über aktuelle gesellschaftspolitische Themen und ihre Bezüge zur Arbeitswelt.

2021, Vangard
Vangard spricht!
https://www.vangard.de
Transcript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu Wanggat spricht dem Podcast zur Gesellschaftspolitischen Fragen und ihren Bezügen zum Arbeitsrecht.

[0:08] Wir diskutieren hier mit Anwältinnen und Anwälten der Kanzlei Wangard über aktuelle Themen, die jetzt für uns wichtig sind und dies aller Voraussicht nach, auch noch lange bleiben werden.

[0:17] Mein Name ist Christian Herrendorf, ich bin juristischer Laie und ich begleite sie durch dieses Gesp.

[0:25] Sprechen heute in der ersten Folge über Nachhaltig.
Meine Gesprächspartnerin sind Lio Balamas und Doktor Ferdinand Hulsch, Rechtsanwältin und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, die beide große Unternehmen in arbeitsrechtlichen Fragen beraten.
Wir wollen unsere Gespräche immer mit einem Moment aus dem wahren Leben beginnen. Deshalb meine Frage an sie, Frau Lamas.
War das erste Erlebnis oder die erste Erfahrung aus dem Leben, die ihnen beim Thema Nachhaltigkeit in den Sinn kam.
Tatsächlich ist unsere Kanzlei ja mitten in der Innenstadt von Düsseldorf und.
Freitags zogen, zumindest intensiv noch zweitausendneunzehn, zweitausendzwanzig wurde es dann ja äh aus bekannten Gründen etwas weniger, die Fridays for Future Proteste direkt an unserem Büro vorbei, das heißt äh freitags pünktlich, pünktlicher Regelmäßigkeit
wurden wir daran erinnert, dass es gerade eine, ja, eine einfach eine Aufbruchstimmung gibt und eine junge Generation, die von älteren Generationen einfordert, ihre Verhaltensweisen.
Umzustellen und dieser Berührungspunkt erfolgte so unmittelbar auf der Arbeit, dass es uns tatsächlich inspiriert hat, uns
als Kanzlei oder eben auch im im persönlichen Bereich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Was ist das für eine Nachhaltigkeit oder was verbinden sie mit dem Begriff Nachhaltigkeit.
Unsere Nachhaltigkeit bedeutet für uns vor allem, dass man äh Ressourcen schont, dass man.

[1:44] Dinge anpackt, um sie dauerhaft zu erhalten und nicht ständig alles neu zu überdenken und
wieder von vorne anzufangen, sondern eine nachhaltige Entwicklung in Gang zu setzen, auf die man.
Aufbauen kann und die man langfristig weiter vorantreiben kann.

[2:01] Das ist ja zunächst mal was, was eher so im Privaten ist, ne? Also mich kann meine Ernährung umstellen, ich kann die Art und Weise umstellen, wie ich mich bewege. Was hat das mit Arbeit zu tun? Also sie haben jetzt den unmittelbaren Beruhigungspunkt, weil es vor ihrem Arbeitsplatz geschehen ist, aber wie ist die Verbindung zur Arbeit? Also, wo berührt das auch das Arbeitsleben.

[2:16] Tatsächlich bemerken wir immer mehr, dass die Unternehmen, die wir beraten, aber auch natürlich im erweiterten beruflichen Kontext.
Das Thema Nachhaltigkeit, eine größere Bedeutung bekommt. Nicht zuletzt gibt’s die sogenannten Sustainability Development Golds der Vereinigten Nationen, die sich

[2:32] natürlich an Staaten richten, aber auch
Unternehmen der Privatwirtschaft. Und das zum einen, dass in der Belegschaft oder bei den Arbeitnehmern als solchen nachgefragt wird, aber andererseits sich auch viele
Unternehmensleitungen mittlerweile Gedanken dazu machen, welchen Beitrag sie dazu leisten können, zum einen zum Klimaschutz, aber eben auch andere Themen, die diesen Berührungspunkt Nachhaltigkeit haben, das merken wir doch dann
immer mehr an den Themen, die wir bearbeiten sollen, also in ganz klassisches Beispiel ist äh so der Bereich Mobilität. Da hat sich in den letzten Jahren doch einiges getan. Also der Gesetzgeber hat.
Natürlich nachgeholfen und ein, ja, neue Anreize gesetzt, gerade im Bereich der Dienstwagengestaltungen und das bemerken wir hier eben auch, also es es wird nicht mehr nur die klassische Dienstwagenregelung
gefragt, sondern auch der Leasingvertrag für das Ehedienstrad, also das Arbeitgeber ganz bewusst Anreize setzen wollen
um ihre Arbeitnehmer zu einem nachhaltigen Handeln zu motivieren und ihnen aber auch den Raum geben wollen, dass auch auf der Arbeit oder in Verknüpfung mit der Arbeit zu machen
Und es ist ja auch ein gewaltiges Potential, wenn man bedenkt, dass wir.

[3:40] Die meiste Zeit in der Woche nicht zu Hause frei haben und da irgendwie Freizeit verbringen oder in Cafés herumschlendern, sondern jedoch.
Die meiste Zeit auf der Arbeit sind und auch beruflich unterwegs sind, ist dann natürlich auch ein gigantisches Potential, wie man Emissionen einsparen kann, wie man Nachhaltigkeit leben kann.
Und da haben wir uns natürlich auch auf den Weg gemacht, da auch an uns selber mal anzusetzen, also ich habe schon eben noch zu meiner Kollegin gesagt, früher war es ja scheinbar, so hört man von älteren Kollegen ganz normal, dass man von Düsseldorf nach Frankfurt mit dem Flugzeug geflogen ist für einen Termin.

[4:11] Und wenn man überlegt, äh, dass ja auch die Kanzleien vielleicht nicht immer die aller fortschrittlichsten und modernsten Unternehmen sind.
Ist das mit Sicherheit auch ein super Anknüpfungspunkt, um da mal was einzusparen und natürlich will auch jeder was tun und wenn man eben die meiste Zeit auf der Arbeit ist, dann
ist dann natürlich Potenzial. Wie weit geht das heute? Also wie wie weit fährt man inzwischen mit der Bahn? Also Frankfurt habe ich dem entnommen. Äh macht man auf jeden Fall jetzt mit der Bahn. Wie weit geht das
Vor zwei Jahren hat mit der Ziel noch ein äh Treffen mit den Junganwälten in Madrid, äh wo dann auch alle aus Deutschland noch hingeflogen sind, wo wir uns dann nachher gedacht haben, das kann man eigentlich nicht mehr machen, das ist nicht mehr zeitgemäß.

[4:45] Und letztes Jahr, wenn jetzt nicht Korona gewesen wäre, dann halten wir dann ein Treffen geplant, beispielsweise in Brüssel.

[4:51] Und dann wären wahrscheinlich auch von den meisten Standorten aus Deutschland alle mit der Bahn gefahren. Also ich weiß, die vielleicht wer vereinzelt aus München oder so nochmal jemand geflogen, aber
das war so ein Beispiel wo man gedacht hat, Brüssel ist was, was man eigentlich deutschlandweit mit der Bahn gut erreichen kann.

[5:05] Und da haben wir dann immer bei uns selber angesetzt und jetzt muss man nicht besonders schlecht über die Deutsche Bahn denken, um das trotzdem als eine relativ schmerzhafte Erfahrung zu betrachten, muss Nachhaltigkeit weh tun.

[5:15] Das ist ein sehr guter Punkt, auch da streiten wir ganz gerne drüber. Ähm ich glaube, am einfachsten ist es natürlich, Nachhaltigkeit umzusetzen, beispielsweise beim Homeoffice, bei Dingen, die nicht wirklich weh tun, wo die Nachhaltigkeit letztlich ein Abfallprodukt ist, wo es einfach mitkommt.
Wo man Emissionen einsperrt, ohne dass es besonders weh tut. Wenn es beispielsweise.
Ich meine mit seinem Porsche Carien Turbo zum Bioladen fährt weil ihnen das Geld, was er dann für die Bioprodukte ausgibt, weil ihm das nicht wirklich weh tut.

[5:42] Dann hat er wahrscheinlich auch ein gutes Gefühl, aber.
Es wird ihnen natürlich deutlich mehr weh tun, wenn er mit einem Elektroauto vielleicht dahin fährt. Und glaube, dass es zumindest in vielen Punkten Nachhaltigkeit etwas weh tun muss, weil es einfach ein Verzicht auf Ressourcen bedeutet. Glas alleine wird nicht reichen, man muss irgendwann alternative Energiequellen nutzen, man muss sich.
Andere Dinge überlegen, um Nachhaltigkeit auch leben zu können, aber ein Stück weit wird es mit Sicherheit immer weh tun müssen.
Was ist so das was ihnen bei der Umstellung auf Nachhaltigkeit am meisten weh getan hat? Gut, das ist eine gute Frage. Ich glaube für uns persönlich als jüngere Anwälte oder Anwältin ist es gar nicht so schwer gewesen, weil seit
Meinem Berufseinstieg bin ich nicht einmal geflogen aus beruflichen Gründen. Ich
habe jede Strecke mit der Bahn genommen, ich lasse mich vom Bahnhof nicht mit dem Taxi fahren, sondern laufe oder nehme mir dann was für einen Serdinand, der sich das Bike Sharing in Braunschweig zunutze gemacht hat und deswegen fällt es mir schwer zu sagen, was hat mir hier wirklich.
Ehrlich weh getan. Es ist deswegen eine gute Frage, also tatsächlich, ich persönlich verzichte heute auf ein Auto, nicht zuletzt natürlich auch, ob
der, äh, der schwierigen Verkehrspolitischen Situation in den Großstädten. Natürlich habe ich das ein oder andere Mal vermisst und vor kurzem war ich ganz kurz davor, schwach zu werden, aber hab dann überlegt, ich möchte doch meine moralische Überlegenheit
gegenüber Fährtin dann behalten.

[7:01] Dass ich weiterhin auf ein Auto verzichten kann. Unsere Wette läuft übrigens. Genau, also ich glaube spätestens wenn die Kinder kommen, dauert sechs Monate, ist das Auto da, aber
Wir schauen mal. Wie geht es da noch Luft nach oben, wenn wenn noch nichts weh tut, gibt’s ja noch Dinge, die sie tun können, damit mal was weh tut. Definitiv
Also, ne, ein Beispiel war natürlich, müssen, müssen wir uns für ein Wochenende, um uns mal standortübergreifend zu treffen in Madrid treffen oder können wir nicht uns auch in Fulda treffen, irgendwie in einem netten äh Waldhotel oder so. Das ist definitiv ein Punkt. Natürlich möchte ich lieber nach Madrid fahren, da ist das Wetter im Zweifel besser
aber da haben wir irgendwo gesehen, nein, da können wir eben einen Verzicht bringen, der natürlich ein bisschen weh tut, letztendlich aber auch so ein etwas kleinerer
Einschnitt ist. Was wir aber tatsächlich merken ist, je kleiner die Einheit ist, also da können wir natürlich jetzt als Mitarbeiterin in einer Kanzlei aus Erfahrung sprechen, je kleiner die Einheit ist, desto schneller hat man Dinge natürlich umgesetzt, ne? Also wir haben uns zum Beispiel zu dem Thema Recyclingpapier, die Idee entstand und knappe zwei Wochen später
haben wir umgestellt. Also das ist einfach wahnsinnig schnell geht und dann auch einfach eine Begeisterung dafür herrscht, was das eigentlich bedeutet. Also wenn man sich wirklich mal mit diesem
Thema Kanzleien und Papier auseinandersetzt, das scheint immer noch ein schmerzbehaftetes Thema. In vielen Kanzleien zu sein. Wir arbeiten sehr viel digital, aber wir können natürlich nicht verheelen, dass wir natürlich auch noch.

[8:19] Weiterhin Papier nutzen. Das liegt einfach natürlich auch an gewissen gesetzlichen Aufbewahrungspflichten und auch an der Tatsache, dass man ganz gerne noch eine händische Akte mit zu Gericht nimmt. Dennoch haben wir uns das Thema angeschaut und mussten dann feststellen, wie energieeintensiv es ist, selbst.

[8:33] Nachhaltiges Papier zu nutzen, weil Papier einfach.
Unglaublich aufwendig herzustellen ist und als wir das festgestellt haben, haben wir uns gefragt, warum haben wir sie schon früher gemacht und haben wirklich jetzt innerhalb von zwei Wochen uns.
Verschiedene Anbieter angeschaut und umgestellt auf Recyclingpapier und werden da auch mit den anderen Standorten noch sprechen, dass wir. Was bringt das konkret? Also kann man das in Zahlen irgendwie festmachen? Rick, das kann man tatsächlich in in Zahlen festmachen. Wir haben das ausgerechnet auf unseren Jahresverbrauch
die Umstellung bedeutet, dass allein von der Stromersparnis.
Drei Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden können. Das heißt im Prinzip drei Familien, die an dieser Kanzlei hängen, ähm durch diese Ersparnis.
Ein Jahr lang Strom verbrauchen. Gut, vielleicht nicht in Korona-Zeiten, aber
mit viel Homeoffice, aber im Grundsatz ist das so. Genauso Wasser, also der Wasserverbrauch ist gigantisch hoch, um aus Holz.
Papier zu machen und da mussten wir feststellen, es waren irgendje hundertneunundachtzig Badewannen, ich glaube davon kann unser ganzer Standort ein Jahr lang baden. Also das sind wirklich große Dimensionen, auch was natürlich CO zwei angeht. Wenn man sich das Holz als solches anschaut, ist es gar nicht so viel, eins Komma neun Fichten.
Von daher ja ist es doch ein enormes Potential und wenn wir das mal hochskalieren auf alle Standorte, dann ist das schon was und wir haben natürlich irgendwo die Hoffnung, dass das noch weitere Kreise trägt in andere Kanzleien, in die natürlich auch noch.
Völlig zurecht auch mit Papier arbeiten.

[9:50] Ich würde gern gern eine Ebene weitergeben, bei der sie gleichzeitig bei diesem Schmerz bleiben. Warum sollten sich Unternehmen diesen Schmerz antun? Also ich hab jetzt verstanden, warum sie das tun? Aber warum sollten Unternehmen, die sie beraten, sich das antun? Also was hat ein Unternehmen wirklich davon das zu tun
Gibt ja mittlerweile auch schon eine ganze Menge Unternehmen, die sich die Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben, natürlich aus Imagegründen.

[10:09] Ich glaube, das ist auch einfach was, mit dem man gut werben kann, wenn man selber sich nachhaltig verhält.

[10:15] Und ich glaube auch für Mitarbeiter, gerade für jüngere Mitarbeiter, wenn man jetzt an die Leute denkt, die eben draußen bei Fridays for Future.
Über die Straßen gelaufen sind, werden die sich vielleicht nicht mehr mit dem dicken Dienstwagen, sondern vielleicht eher mit Nachhaltigkeit ködern lassen.

[10:27] Insofern ist das mit Sicherheit was, wenn man qualifizierte Mitarbeiter bekommen möchte, auch weiterhin.
Und in den nächsten Jahren noch rekrutieren möchte, dann sollte man sich das Ziel vielleicht auch vor Augen führen, dass man eben Nachhaltigkeit agiert, um um diese Mitarbeiter anzulocken.

[10:40] Also tatsächlich ruft das ja arbeitsrechtlich ganz spannende Fragen hervor, ja? Also bestes Beispiel man
reduziert die Dienstwagen oder ich sage mal die Größe des Dienstwagens, also bislang oder
vielen Unternehmen ist es so, ab einem gewissen Hierarchielevel steht einem ein äh Dienstwagen einer gewissen Größe zu. Wenn man das auf einmal verändert, stellt das einen natürlich verarbeitsrechtliche Fragen
wie beispielsweise den Gleichbehandlungsgrundsatz oder ist das ein ist das ein Vergütungseinschnitt, der irgendwie zu rechtfertigen ist?
Da müssen wir natürlich Lösungen finden, die sowohl die Mitarbeiter abholen, als das Ganze auch arbeitsrechtlich auf sichere Füße stellen. Und das sind durchaus Bereiche, in denen wir immer wieder tätig werden oder bestes Beispiel, was recht aktuell ist.

[11:21] Plug-in-Hybride sind jetzt mittlerweile steuerlich bevorzugt äh bei den Dienstwagen. Trotzdem nutzen viele Mitarbeiter diesen Plug-Inhybrid dann doch nur mit Benzin
Der Arbeitgeber möchte da aber Gewissen der Nachhaltigkeit Nachdruck verleihen und bespricht dann mit uns, wie kann er seine Mitarbeiter mit
kleinen Arbeitsrechtlichen Mittelchen oder mit mit einer Vereinbarung rechtssicher dazu anhalten, doch
bevorzugt den Stromantrieb zu nutzen. Und so sehen wir eben schon, dass wir haben natürlich äh jede Menge Instrumente an der Hand, um da einzugreifen
aber wir sehen natürlich auch die Möglichkeit, das Ganze mit zu begleiten, also was Ferdinen dann gerade schon angesprochen hat, ich glaube es ist gibt ein ganz großes Potential
innerhalb der eigenen Belegschaft, innerhalb der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ein großes, kreatives Potential, Dinge anzupacken und ich glaube, dass das eben auch genutzt werden kann, um Mitarbeiter an sich zu binden, attraktiv zu sein, aber auch
die Mitarbeiter abzuholen und so die Akzeptanz zu steigern, damit es erst gar nicht arbeitsrechtliche Streitigkeiten gibt, zum Beispiel, indem man Mechanismen aufsetzt, um Vorschläge zu machen, was was durchaus ja auch arbeitsrechtlich eingekleidet werden kann.
Beobachten sie eine Freiwilligkeit für Verzicht? Also zumindest für auch bei den jüngeren Arbeitnehmerinnen.

[12:35] Dass sie im Zweifel auch sagen, ich ich verzichte auf diesen Dienstwagengrad oder auf auf bestimmte Elemente
durchaus. Also da kann ich vor allem auch auf auf Erfahrungswert aus meiner Generation zurückgreifen, äh von von Bekannten und Freundinnen und Freunden, ähm aus Unternehmen, die sagen, also ich gehe eigentlich lieber mit der Forderung in Gehaltsverhandlungen, ich.
Eine Bahncut hundert und verzichtet dafür auf einen Gehaltsbestandteil oder auf auf den Dienstwagen, als dass man mich jetzt mit einem Dienstwagen locken kann
Und tatsächlich äh sehe ich, dass da dass da ein Umdenken herrscht und man eher versuchen möchte, da doch den ein oder anderen Anteil zu leisten.
Und es wird auch immer mehr, man muss ja bedenken, dass die Leute, die jetzt noch relativ jung sind.
Und die sich mit Sicherheit auch mehr dafür interessieren für Nachhaltigkeit, bei der es einfach aktueller ist, ist die ja auch immer weiter in höhere Positionen reinrutschen und
dann logischerweise auch eher Dienstwagen angeboten bekommen oder vielleicht auch selber darüber entscheiden können wer in Zukunft ein Dienstwagen bekommen soll oder was er für einen Dienstwagen bekommen soll.

[13:30] Und deswegen ist das glaube ich auch ein Thema, was jetzt immer aktueller wird und äh mit dem es ja immer mehr Arbeitgeber noch auseinandersetzen müssen
Sie haben gerade das Thema Homeoffice schon angesprochen. Ich würde jetzt gerne als zweites Beispiel übernehmen, neben der Mobilität. Warum das Nachhaltigkeit ist, ist glaube ich jedem von uns klar, ne? Allein der eingesparte Arbeitsweg macht das sehr deutlich. Warum ist das trotzdem so schwierig, dass das Homeoffice
attraktiv zu machen oder durchzusetzen.
Ja, ich kenne ja auch ihre Meinung dazu, dass sie ja der Meinung sind, eigentlich ist Homeoffice überall möglich und ich glaube, Corona hat gezeigt, faktisch ist es ja auch fast überall möglich.

[14:01] Und viele Arbeitgeber haben das auch einfach erstmal eingeführt und sind dann danach zu uns gekommen und haben gesagt ähm hört mal
wir haben jetzt einfach alle nach Hause geschickt, äh wir haben die Leute zu Saturn und Mediamarkt geschickt, damit die Computer kaufen und wir alle irgendwie digital ausstatten können. Ist das denn eigentlich in Ordnung so?
Und ganz so einfach war es dann tatsächlich nicht, also beispielsweise muss man den Betriebsrat dann bei solchen Dingen mitnehmen, also man kann nicht einfach über den Betriebsrat hinweg entscheiden, ähm die Mitarbeiter gehen jetzt nach Hause, ihre Wohnungen nutzen irgendwelche technischen Anwendungen
mir macht das FM-Netzwerk zuzugreifen oder ähnliches. Man kann auch beispielsweise Leute, die über die Grenze pendeln, wenn ich jetzt jemanden habe, der aus Holland nach Düsseldorf kommt.

[14:39] Und der setzt sich auf einmal in Holland ins Homeoffice und droht dann da in die Sozialversicherung abzugleiten und ich hab als Arbeitgeber verschiedene Mitarbeiter und muss da verschiedene Sozialversicherungen dienen, dass das natürlich auch eine erhebliche Verwaltungsaufwand
Also ganz so einfach ist es nicht. Wir haben uns da aber auch ja geholfen in dem bei den meisten Menschen, die im Home Office arbeiten tatsächlich.

[14:58] Nicht das klassische Homeoffice, sondern die mobile Arbeit vereinbart wurde, einfach weil man.
Niedrigere Anforderungen hat, also eigentlich müssten sie, wenn sie ein Homeoffice vereinbaren, erstmal jemanden losschicken, der auch ihre Wohnung.
Anschaut, ob die sicher ist, der die Höhe des Schreibtisches abmisst und guckt, ob ihr Stuhl auch senkrecht ist, äh, in der Lehne oder ob der vielleicht ein bisschen zu weit durchhängt.
Damit sie den Rückenleiden kriegen. Das sind alles Dinge, die möchte man als Mitarbeiter und nicht, ich möchte meinen Arbeitgeber nicht bei mir zu Hause haben, ich will nicht, dass der.
Meine Wohnung abmisst oder da ständig aufschlägt und deswegen hat man sich mit der mobilen Arbeit ausgeholfen, hat gesagt, eigentlich kann ja jeder von überall aus arbeiten, wo ist mir egal.
Wenn er überall arbeitet, kann ich auch nicht genau beurteilen, ob es da sicher ist, deswegen spare ich mir das einfach mal.

[15:38] Und das war glaube ich ein ganz wichtiger Schritt, um das überhaupt zu etablieren. Aber man muss auch ganz klar sagen, ohne Corona wäre es glaube ich soweit nicht gekommen. Was denken sie, wie viel davon nach Corona überbleibt.
Sie dazu ein Gefühl? Ja, also so im im Alltag merken wir es ja auch, dass es immer mehr digitale Videokonferenzen gibt, immer mehr Meetings digital abgehalten werden. Ich hatte jetzt letztens auch die erste digitale Gerichtsverhandlung, also auch das geht.

[16:00] Und man spart sich natürlich enorme Wege, wenn man jetzt beispielsweise in München Gerichtstermin hat, ist es natürlich superangenehm, wenn man den digital machen kann. Für die Kommandanten ist es kostengünstiger, weil wir nicht stundenlang durch die Republik reisen müssen. Und ich glaube schon, dass da auch ganz erheblich was dann überbleiben wird
Aber nichtsdestotrotz ist es auch ganz schön, wenn man einfach mit Mandanten oder mit Kollegen mal persönlich zusammenkommt und äh da vielleicht auch mit einem Glas anstoßen kann. Das ist, glaube ich, was
was uns allen auch fehlt und was auch durch
digitale Treffen nicht zu ersetzen ist. Sie hatten das vorhin schon mal angesprochen, das Thema so ein bisschen Druck auch vom Arbeitgeber um Nachhaltigkeit durchzusetzen. Beim Homeoffice habe ich den Eindruck, es ist noch mehr erforderlich als bei der Mobilität.

[16:38] Ist es so, also muss Nachhaltigkeit setzen, dass das auch voraus, damit es vielleicht auch den größeren Schritt macht und nicht die Kleinen, die nicht weh tun
Gut die Worte, Druck und Homeoffice in einem Satz schwierig, weil gut, dass ich keine Arbeitnehmer habe. Äh weil tatsächlich
bei Homeoffice spielen ja verschiedene Gemengenlagen so ein bisschen eine Rolle, also der Arbeitgeber, der sich darum sorgt, dass der Arbeitnehmer nicht
im Home Office arbeitet. So das sind so die typischen Vorbehalte und ich muss sagen, sehr schön, das schönste Erlebnis hat mir dann irgendwann im Frühsommer, also der erste gravierende Lokdown vorbei war, da rief eine Personalabteilung an und sagte, unser Vorstand hat jetzt beschlossen,
alle Mitarbeiter zu achtzig Prozent mobiler Arbeit zu erlauben. So, so, ich glaube so ungefähr, das war der Maßstab. Und dann habe ich gesagt, ach Mensch, das ist ja
ganz erstaunlich, wie wie kommt das denn? Gibt’s, gibt’s da keine Vorbehalte? Ich hab’s tatsächlich nachgefragt und sie sagte, naja, also er hat gesagt, natürlich wird es Leute geben, die das Homeoffice ausnutzen. Aber wir können uns nicht an den.

[17:33] Prozent fünf bis zehn Prozent Mitarbeitern orientieren, die das ausnutzen und all den anderen Mitarbeitern die tolle Arbeit leisten und die auch im Homeoffice
super präsent und effizient äh sind und kreativ sind. Denen können wir das dann deshalb nicht verweigern. Das fand ich irgendwie eine total
tolle Erkenntnis und eine total mutige Entscheidung eben von von der Geschäftsführung zu sagen, nein, das ist unsere Zukunft, wir werden das auch über Corona hinaus machen. Deswegen, also nochmal zu der Frage, wird’s das weiterhin geben? Ja, das wird es geben
Druck ist die andere Frage. Ich kann natürlich, wenn ich eine Betriebsstätte habe und Büros zur Verfügung stelle und ich bin ein Arbeitsverhältnis eingegangen, in dem Wissen, dass ich ein Büro habe
jemanden wirklich verpflichtend für ins Homeoffice zu schicken und zu sagen, du kommst hier nicht mehr
Büro, das wird schwierig. Aber ich glaube tatsächlich, dass war immer mehr hin zu Wechselmodellen mobilen Modellen geben wird, was natürlich auch dazu führen wird, dass die Büroflächen ein Stück w.

[18:29] Werden. Also ich glaube nicht, dass man seine ganze Belegschaft oder seine ganzen Kolleginnen und Kollegen nur noch ins Homeoffice schickt, aber eben, dass man sagt, so, wir reduzieren bisschen die Arbeitsplätze
es wird mehr mobil, es wird mehr im Homeoffice gearbeitet, davon bin ich fest überzeugt und ich glaube auch, dass das etwas ist, was zunehmend eingefordert wird. Der Gesetzgeber.
Ist da noch ein wenig wankelmütig, äh, wer das verfolgt hat, ich möchte jetzt hier keine
unendliche Homeoffice-Debatte aufrufen, aber tatsächlich ist der Gesetzgeber schon auch gefragt, das ein oder andere Thema noch zu lösen. Was fällt dir dann gerade schon angesprochen hat? Es gibt einfach immer noch viele offene Fragen, die rechtlich unklar sind und die natürlich.
Dass für Arbeitgeber dann äh so herausfordernd machen, jemanden kurzfristig in mobile Arbeit und Homeoffice zu schicken. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass das etwas ist, was vor allem von Arbeitnehmern eingefordert wird, also gerade auch, also ich
Freunde von mir, die im Recruiting tätig sind, die sagen auch ganz klar, die haben Führungskräfte oder junge Nachwuchskräfte, die sagen, wenn der Arbeitgeber mir kein Homeoffice anbietet, dann brauche ich mich überhaupt nicht dazu bewerben, ich pendele nicht fünf Tage die Woche
Hamburg nach Berlin, von Düsseldorf nach Dortmund, was auch immer und das das wird
weiterhin ein Wettbewerbsfaktor sein, von daher glaube ich, dass der Druck auch eher von unten in Anführungszeichen kommen. Wäre es von von oben weniger, dass Druck als viel mehr Spirit bei dem Beispiel, dass sie gerade genannt haben, ist eher eine Frage, dass man, wenn man das positiv vorlebt.

[19:48] Oder ins Unternehmen trägt, dass man dann auch die Wirkung eigentlich letztlich erzielt, die man sich vorgenommen hat
Ich würde gerne zum zum Abschluss noch ein Thema anschneiden, nachhaltiges Personalmanagement, weil das einfach auch ihren Bereich so berührt. Das ist etwas, wo ich zunächst immer erst an irgendwelche Gesundheits- oder Sportkurse denken. Das ist aber glaube ich auch ein größeres Thema. Was was haben sie für Erfahrungen gemacht? Welche Beispiele kennen sie aus ihrem Alltag?
Nachhaltiges Personalmanagement eine Rolle gespielt hat. Also tatsächlich klar die Gesundheit der Mitarbeiter.

[20:16] Ist definitiv etwas, je weniger Mitarbeiter krank sind, desto besser für
für alle Seiten. Das ist natürlich das eine, aber das andere ist, das ist auch eine der neben Nachhaltigkeit und Klimaschutz drängenden Fragen, die uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten begleiten wird. Zwar die digitale Transformation der Arbeitswelt. Das heißt
wir beobachten jetzt schon, dass
Arbeitgeber sich darüber Gedanken machen, wie bekomme ich meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fit, damit sie zum einen die digitale Transformation mittragen. Das ist ein nicht unwissentlicher Faktor. Also ich kann mir die schönsten digitalen Modelle ausdenken, wenn meine Mitarbeiter die nicht anwenden
bin ich verloren. Und das ist das eine, also wie motiviere ich die Mitarbeiter, da mitzugehen? Zum anderen aber auch, wie kann ich neue Fähigkeiten vermitteln, um
die Mitarbeiter eben auch ja bereit zu machen für die Zukunft und da sehen wir natürlich auch, da
gab es und gibt es auch immer wieder tolle Modelle, wie eben so Fortbildung, Weiterbildungsvereinbarungen. Dadurch kann man zum einen Mitarbeiter an sich binden, zum anderen dem Mitarbeiter wertige Ausbildungen, Fortbildungen, Trainings, wie auch immer zur Verfügung stellen, ne? Bestes Beispiel der Scrum Master, gerade im im.
Ist jemandem vielleicht ein Begriff so aus der agilen Arbeitswelt, wenn der bezahlt wird, das kostet natürlich ein bisschen was, dann kann man den Mitarbeitern eine Zeit lang wiederum an sich binden
und gleichzeitig auch neues Know-How ins Unternehmen bringen ohne dauerhaft auf externe zugreifen zu müssen. Und von daher sehen wir sehr wohl, dass eine nachhaltige Personalwirtschaft, indem man das eigene Potential entfaltet, durchaus große Nachfrage auch hat.

[21:41] Ja und nachhaltig ist es natürlich auch, wenn man Ressourcen spart, da kommen wir wieder so ein bisschen zum Ausgangspunkt zurück und wenn man Mitarbeiter an sich bindet und die langfristig auch im Unternehmen halten kann und da vielleicht auch Teamstrukturen aufbaut und Teamspirit entwickelt.

[21:55] Dann spart ihr auch das am Ende eine ganze Menge Ressourcen. Wenn ich also keine Headhunter mehr losschicken muss, die bei uns neue Anwälte oder Assistentinnen
rekrutieren oder uns vorschlagen und wenn ich das Geld spare, Leute ständig einzuarbeiten. Ich glaube bei uns ist es relativ extrem, ist so ein Anwalt wirklich eingearbeitet ist und.

[22:12] Effektiv arbeitet, vergehen ja auch ein paar Monate und das sind mit Sicherheit Dinge, die sich auch einsparen lassen und auch zu einem nachhaltigen Personalmanagement beitragen
Wir machen zum Abschluss dieser Gespräche immer eine Runde, die hat den schönen Namen sechzig Sekunden zum Mitnehmen. Möchte sie beide bitten jeweils in maximal einer Minute ihre Tipps zu geben, wie diejenigen, die uns zuhören, das, was wir heute besprochen haben, praktisch umsetzen können.
Wenn sie beginnen. Ich würde tatsächlich darauf setzen
ganz proaktiv meine Mitarbeiter zu motivieren und anzusprechen wo seht ihr Potential, wie können wir uns nachhaltig aufstellen
In welchen Bereichen seid ihr bereit Kompromisse? Verzicht, vielleicht ein bisschen Schmerz einzugehen und da eben eine große Bindungswirkung zu entfalten
Ich würde auch sagen, dass man vor allem mit kleinen Dingen anfangen muss, also beispielsweise mal die Pappbecher in der Cafeteria abschaffenden und Tassen anschaffen und so kleine Dinge
die sofort jedem verständlich sind und vielleicht auch einen Teamspirit auslösen und die anderen Mitarbeiter motivieren, mitzumachen und den Weg zu beschreiten der Nachhaltigkeit
und ist gerade nicht alles plötzlich von oben zu diktieren, jetzt beispielsweise nicht in der Cafeteria, äh alle Fleischgerichte von der Karte nehmen
Das wird dann wahrscheinlich auch eher zu Unverständnis und Aufruf führen, sondern vielleicht Anreize setzen. Beispielsweise mal eine kostenlose E-Ladetankstelle für E-Autos und.
So die Mitarbeiter selber motivieren, dass sie weiter äh den Weg der Nachhaltigkeit beschreiten und selber mehr tun und einfach innerhalb des Teams auch eine eigene Bewegung entsteht.

[23:42] Auch von mir soll es am Ende zwei hoffentlich hilfreiche Hinweise geben. Zum einen möchte ich Wangate E sehr empfehlen.
Sie finden direkt auf der Seite, wenn sie da auf die Startseite kommen, Blogeinträge der Anwältin und Anwälte zu gesellschaftspolitischen Themen.
Und den arbeitsrechtlichen Bezügen. Zum anderen kann ich empfehlen über die Linke Inseite der Kanzlei zu gehen, wenn man direkten Kontakt zu den Anwältinnen und Anwälten bekommen möch.

[24:03] Damit sind wir am Ende von wann Gerd spricht. Ich kann ganz herzlich danke sagen an meine beiden Gesprächspartnerinnen, an Thorsten Runte vom Podcast Studio NRW und an alle, die uns zugehört haben.
Bis zum nächsten.

[24:14] Music.

[24:28] Dies ist eine Produktion von Podcast Studio Punkt NRW.